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Vorträge:
"Die Zukunft der Arbeit"
Jeweils am Sonntag, 11. und 18. Juli 1999 ab 17 Uhr, Thürmer-Saal,
Bochum
Eine der verblüffendsten Beobachtungen angesichts der hohen
und dauerhaften Arbeitslosigkeit, die Europa gegenwärtig
zu erleiden hat, ist der relative Gleichmut, mit der diese Situation
hingenommen wird. Einzig in Frankreich hat sich eine Protestbewegung
formiert, die jedoch bis heute nach ihrem Angriffspunkt sucht.
Denn wer ist schuld an der Situation? Gegen wen könnte man
protestieren? Wer könnte etwas ändern? Unsere Gesellschaft
sucht nach einem neuen Verständnis von Arbeit. Die Selbstverständlichkeiten
der Industriegesellschaft (Massenproduktion) werden aufgekündigt.
Man sucht nach neuen Spielräumen für unternehmerisches
Handeln. Produktion, Konsum und Arbeit werden neu definiert. Aber
was ist tatsächlich möglich? Und was wird all das an
der Arbeitslosigkeit ändern? Die Vortragsreihe spannt einen
Bogen vom 'Glück' der Arbeitslosen und dem 'Unglück'
der Ökonomie über die historische Situation der Industriegesellschaft
und die vielfältigen Überlebensexperimente neuer sozialer
Milieus bis zur Beschreibung neuer Formen der Produktionsorganisation
und der Arbeit an einem neuen Verständnis von 'Arbeit'. Das
Konzept dieser Vortragsreihe erarbeitete Professor Dr. Dirk Baecker.
Es sprechen:
'Die glücklichen Arbeitslosen'
Eine internationale Gruppe von Arbeitsunwilligen, die bis 1994
fassungslos zusehen mußte, wie sich Wirtschaft und Politik
anschicken, durch das Ignorieren konstanter Massenarbeitslosigkeit
eine historische Chance zu verpassen. 'Die glücklichen Arbeitslosen'
hingegen haben begonnen, die Arbeitslosigkeit vom Stigma des Asozialen
zu befreien, da diese für den Einzelnen zunächst Freizeit
bedeutet. Abseits von Freizeitindustrie und utopischer Vollbeschäftigung
ist Freizeit gut und ein Quell kultureller und gesellschaftlicher
Neuerung. In Verbindung mit der Suche nach vielfältigen Ressourcen
macht sie sogar Sinn und kann sich auszahlen. Publikationen: Die
glücklichen Arbeitslosen auf der Suche nach unklaren Ressourcen,
Manifest (1996), Müßiggangster - Kontemplationsblatt
der glücklichen Arbeitslosen, Nullnummer: Auch Du wirst arbeitslos
(1997), Nummer Eins: Arbeitsdienst zum Autobahnbau (1998).
Professor Dr. Birger P. Priddat
Studium der Volkswirtschaftslehre und Philosophie an der Universität
Hamburg. Seit 1991 auf dem Lehrstuhl für Volkswirtschaft
und Philosophie an der Universität Witten/Herdecke. Jüngere
Veröffentlichungen: Hegel als Ökonom (1991), Ökonomische
Knappheit, moralischer Überschuß (1994), Moralischer
Konsum (1998).
Professor Dr. Rolf Peter Sieferle
Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie in
Heidelberg und Konstanz, lehrt Neuere Geschichte an der Universität
Mannheim. Jüngere Veröffentlichungen: Rückblick
auf die Natur. Eine Geschichte des Menschen und seiner Umwelt
(1997), Epochenwechsel. Die Deutschen an der Schwelle zum 21.
Jahrhundert (2. Aufl. 1999).
Helmut Höge
Arbeitete als Übersetzer bei der US Air Force und für
einen indischen Tierhändler. Studium der Sozialwissenschaften
ab 1969, Mitarbeit in der Gruppe "Die soziale Revolution
ist keine Parteisache". Mehrere Jahre landwirtschaftlicher
Betriebshelfer. Im Dezember 1989 fand er eine Anstellung als Rinderpfleger
in einer märkischen LPG, gab anschließend die Narva-Betriebszeitung
Lichtquelle, sowie das Info-Blatt der ostdeutschen Betriebsräteinitiative
Ostwind heraus. Zur Zeit ist er Wirtschaftskorrespondent für
Freitag, tageszeitung, Die Zeit und Sklaven.
Professor Dr. Dirk Baecker
Studium der Soziologie und Ökonomie an den Universitäten
Köln, Paris (Dauphine) und Bielefeld. Seit 1996 Reinhard-Mohn-Stiftungsprofessor
für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und gesellschaftlichen
Wandel an der privaten Universität Witten/Herdecke. Jüngere
Veröffentlichungen: Die Form des Unternehmens (1993), Postheroisches
Management (1994), Poker im Osten (1998).
Die Vorträge sind öffentlich.
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