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Film
NATIONALGEFÜHL, IDENTITÄT UND HEIMAT ALS USP (unique selling points)


30. August - 19. September

Com&Com sind Experten in der künstlerischen Stilisierung allgemein akzeptierter Identitätsfallen wie Nationalwerte, Nationalhymnen und Mythologien der Männlichkeit. Die Gruppe arbeitet direkt an der medialen Oberfläche und poliert sie dabei bis zur Schmerzgrenze auf Hochglanz. Es entstehen neue Werbespots, Filmtrailer, Musik Clips. Unlängst wurde sogar eine ganze Gemeinde zum Medienträger: Com&Com hatte für das Städtchen Romanshorn eine urbane Legende erfunden, das "Mocmoc", und ihm ein angemessenes Denkmal gebaut. "Vor knapp zwei Jahren wurden wir zum Wettbewerb eingeladen und haben bald erkannt, was dieser Stadt wirklich fehlte. Es war nicht so sehr die Kunst, sondern Identität und eine eigene Geschichte." Das "Mocmoc" kommt als Zwitter zwischen Einhorn und Fisch in kindgerechter Pokemon-Ästhetik daher und erscheint denjenigen, die eine städtische Identifikationsfigur geordert hatten, als Fake. In Romanshorn herrschen seit der Errichtung des Denkmals erbitterte Grabenkriege über den Wert inszenierter Mythenbildung.

In Berlin werden Com&Com einen Werbespot für Deutschland aus der Sicht der in- und ausländischen StudentInnen realisieren, in den unterschiedliche Haltungen zum eigenen Nationalgefühl einfließen sollen. Innerhalb von drei Wochen werden in fünf Kleingruppen Werbeclips oder Imagefilme entwickelt, gedreht, vertont und geschnitten. Begonnen wird mit einer Recherche vor Ort, Analysen und theoretischen Auseinandersetzungen, inspiriert durch Arbeitsdemonstrationen und Vorträge von Gästen. Das Ergebnis wird ein DVD-Sampler sein, der abschließend öffentlich vorgeführt wird.


03. September / 04. September

Das Ghetto ist heute ein Kulturmodell mit weltweiter Wirkung. Nicht nur in der Popkultur gelten Afroamerikaner aus US-amerikanischen Ghettos als Helden und modische Vorbilder. Tätowierungen und Piercings sind aus dem Gefängnis heraus salonfähig geworden; der Trend zur Sportbekleidung kommt aus der Zuhälterkultur. Als hätten sie die Ansprüche des Hyperkapitalismus perfekt verinnerlicht, scheinen Ghettobewohner immerfort innovativ und trendy zu sein, die idealen Wirtschaftssubjekte.
Zur kritischen Reflexion dieser Armuts-Folklore werden im Kurse Detailanalysen von zwei Filmen vorgenommen.