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- Animation (Die Puppe) -
ANIMATION. HANDWERK. GRAUSAMKEIT.


30. August - 08. September

"Puppen verkörpern Archetypen und sind ein starkes theatrales Medium - weit entfernt von der scheinbaren Idylle des Kindertheaters." Tranters Puppen haben mit Kindertheater tatsächlich nichts gemein, sondern kokettieren ganz offen mit dem Bösen und Verbotenen. Sie überschreiten Grenzen und brechen Tabus - und das oft mit einer Radikalität, die selbst im Schauspiel-Theater selten ist.

Für seinen Workshop bringt Tranter u. a. die Hauptdarsteller seiner legendären Schicklgruber-Inszenierung - Hitler, Eva Braun und Goering - mit. Gemeinsam mit den Teilnehmern werden Szenen einstudiert, kurze dramatische Studien und Situationen zwischen Puppe und Spieler oder zwischen Puppe und Puppe entwickelt.

 


09. September - 15. September

Cardoso untersucht seit Jahren die emotionalen Entfremdungsvorgänge, die sich im Prozess der Urbanisierung ergeben. Isolationsphänomenen und Identitätsverlust begegnet der Puppenspieler mit einer körperorientierten Untersuchung des modernen Gefühlsrepertoires: Um den mechanisierten Gesten von Liebe und Leid auf die Spur zu kommen, lässt Cardoso auf der Bühne den künstlichen Körper der Puppe mit demKörper des Darstellers interagieren. Der Fokus liegt dabei einerseits auf einer Verlebendigung des Puppenkörpers, andererseits auf der Frage nach den Übertragungsmechanismen zwischen Subjekt und Objekt, nach einer "Mechanik der Körper", die ‚echte' Gefühle durch formalisierte Gesten sichtbar werden lässt.

"In unseren Stücken versuchen wir zum einen, das Verhalten des Schauspielers zu mechanisieren, um einen nicht-natürlichen Ton zu finden. Zum anderen wollen wir die Haltungen der Puppe vermenschlichen, d.h. durch unser künstliches Bewegungsrepertoire ihr vermeintlich ‚authentisches' Gefühlsrepertoire so weit wie möglich differenzieren und perfektionieren."



16. September - 19. September

Einführung in die technischen, musikalischen und ideologischen Voraussetzungen zum Auftritt im Puppethop. Puppethop ist ein Gruppending und ein Paralleluniversum zur Menschenwelt - eine Mischung aus Kaspertheater, Zirkus und Clubkultur. In drei Tagen entsteht eine Clubshow für die Mobile Akademie.

Die Teilnehmer des Kurses Animation (die Puppe) werden eine Probe zur neuen Produktion bords et débords von Èclats d'états (Amien) an der Schaubude Berlin besuchen.

Außerdem findet ein Gespräch mit der Künstlerischen Leiterin und Geschäftsführerin des Fidena Puppenspielunst e.V., Annette Dabs-Baucks statt. Es gibt die Möglichkeit einer Fortsetzung dieses Kurses im Rahmen des Festivals Fidena im Mai 2005 in Bochum. Einzelne StudentInnen der Mobilen Akademie: Berlin 2004 können zu einem einwöchigen Laboratorium sowie zum Besuch von Festivalvorstellungen eingeladen werden.