Schwarzmarkt - Berlin, März 2007

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Samstag, 10.März 07
19:00 - 23:30 Uhr
HAU 2 Berlin

Innerhalb des Festivals beyond belonging - AUTOPUT AVRUPA von Istanbul bis nach Berlin, kuratiert
von Shermin Langhoff

Konzept und Raum:
Hannah Hurtzig
Co-Kurator:
Vojin Saša Vukadinović
Projektleitung: Anja Lindner
Projektassistenz: Mareike Holtz
Interviews: Sladja Blazan
Technische Leitung: Ingo Ruggenthaler
Praktikum Bühne: Lena Weiß
Hosts und Hostessen:
Melanie Aufenvenne, Özlem Ayaydinli, Hanka Boldemann, Geoffrey Garrison, Anna Maria Gaul, Mijke Harmsen, Cagla Ilk, Nele Jahnke, Juliane Männel, Daniela Schöler, Siegmar Zacharias
Training Hostessen:
Henriette Huppmann
Print-Grafik: Katrin Schoof

Der Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen ist ein Projekt der Mobilen Akademie am HAU (Hebbel am Ufer).
Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Mobile Akademie
c/o Hebbel am Ufer,
Stresemannstr. 29
10963 Berlin

> Schlagwortkatalog und 100 Experten:

AIDS
ALASKA
ANTIZIGANISMUS
ARBEITSMIGRATION
BERATUNG
BERLIN
BILDUNG
BINNENMIGRATION
DENKHILFE
ESSEN
FERNSEHEN
FIGUREN & AKTEURE
FRAUENHANDEL
GENUSS
GESCHICHTE
GESETZ
GHETTO
GRENZE
ILLEGALITÄT
IMMOBILITÄT
JUGEND
KOFFER
KRIEG
KÜNSTLER
LAGER
MUHTAR
NOMADISMUS
PHILOSOPHIE
POLITIK
PREKARIAT
RASSISMUS
REISEN/ERINNERUNG
REIZSCHUTZPANZER
SELBST- UND FREMDBILDER
SELBSTORGANISATION
TEMPORÄRE BAUTEN
TIERE
TOURISMUS
VERKEHRLICHE MOBILITÄT
ZEITZEUGEN
OHNE KATEGORIE

Mobile Akademie präsentiert:
SCHWARZMARKT FÜR NÜTZLICHES WISSEN UND NICHT-WISSEN

"Routen und Orte der Mobilitätspioniere und -funktionäre"
Eine Installation mit 100 Experten von Hannah Hurtzig


Schwarzmarkt März 07, Photos: Fabian Larsson

 

EINTRITT FREI

Hören Sie Schwarzradio auf 6 Känalen. oder

Buchen Sie einen Experten für eine 1/2 Stunde a 3 €.
Check-In öffnet um 19:00 Uhr

im Anschluss:
Party DANCE THE MOBILITY! mit DJ İmran Ayata

100 Experten stellen eine Sammlung lexikalisierter Einträge für eine Enzyklopädie zusammen, in der das Thema Mobilität aufsplittert, verspiegelt und halluziniert wird. Erzählungen, Theorien, Dokumentationen und Mythen finden Eingang in diese Sammlung.

Mobilität wird in ihre aktuellen Deutungszusammenhänge gestellt, wobei die verschiedenen Migrations- und Zuwanderungssysteme, der neue Nomadismus und hybride großstädtische Lebensformen erkennbar werden. Der Schwarzmarkt erzählt somit von den Themen und Bedingungen jener Protagonisten hybrider Identitäten, die regelmäßig nationale Grenzen überschreiten, Territorien, Jobs, Lebensstile durchqueren und hinter sich lassen, die sich mutig dem staatlichen Ordnungswillen, und damit der Verortung entziehen oder auch als ortlose, transitorische Existenzen genau den Forderungen der Globalisierung von Arbeitsmärkten entsprechen. Erzählt wird auch von den Kontrollen und der Abwehr, die die Mobilitätskultur begleiten, wenn man die falsche Person am falschen Ort ist.


Schwarzmarkt März 07, Photo: Fabian Larsson

Unterschiedlichste Muster, Figuren, Typen und Phänomene des Mobilen finden Eingang in die erzählte Enzyklopädie dieser Nacht: Die frühen Formen der Arbeitsmigration in den 60er Jahren. Der vielreisende Geschäftsweltbürger mit Laptop und Handy in polyglotter Flexibilität – die nomadisierenden Autisten der Mobilitätselite. Die aktuelle Transmigration, die durch einen Schwebezustand von Leben und Arbeiten an mehreren Orten gleichzeitig gekennzeichnet ist. Der temporäre Pendelverkehr, als eine Bewegungsform, die sicherstellen soll, dass eine Heimat beibehalten wird. Durch Not erzwungene Bevölkerungs- und Fluchtbewegungen und die Illegalisierung der Migration. Und natürlich der Typ des Künstlers als unternehmerisches Individuum, der sich in selbstbestimmter Selbstausbeutung Aufträge, Formate und Kontexte aneignet und sie in immer neue erfinderische Organisationsformen von Arbeit, Lebensstil und sozialer Verantwortung umformatiert.


Check In, Photo: Fabian Larsson

Der Schwarzmarkt findet innerhalb des Festivals beyond belonging - AUTOPUT AVRUPAvon Istanbul nach Berlin statt, und sammelt daher seine Geschichten und Theorien entlang des Autoput, der alten Transitstrecke durch das ehemalige Jugoslawien, der wichtigsten Verkehrsverbindung von Mittel- nach Südosteuropa, der mythischen Gastarbeiterroute der ersten Generation der Arbeitsmigranten. Er macht aber auch ein paar Umwege und Abweichungen von der Strecke, um ein halluzinierendes Begriffsinstrumentarium der Mobilität zu erstellen.


Dr. Joseph Weizenbaum im Gespräch, Photo: Fabian Larsson