| Das
Atelier des Schwarzmarktes
Nach dem großen Erfolg des „Schwarzmarkts
für nützliches Wissen und Nicht-Wissen“ zum Thema
des Romantischen in der letzten Spielzeit folgt ab jetzt alle zwei
Monate das Atelier des Schwarzmarktes:
ein offener Arbeitsraum für alle Freunde der erweiterten Themensuche.
Hier testen Experten, Protokollanten und Zuschauer
verschiedene Themen auf ihre Tauglichkeit für zukünftige
Schwarzmärkte. Es ist ein Atelier, aber eines, in dem Sätze,
Texte und Sprache entstehen statt Bilder und wo sich das gemeinsame
Nachdenken über ein Thema eine eigene Inszenierungsform sucht.

Fotos: Daniel Koch
Das erste Atelier des
Schwarzmarktes arbeitet zu „Melancholie, Depression und andere
Formen der Arbeitsverweigerung“. Dabei geht
es um die historische, medizinische und literarische Unterscheidung
beider Begriffe, wie auch um Gemeinsamkeiten des Melancholikers
und Depressiven in seiner/ihrer Unfähigkeit oder Unwillen zu
arbeiten. Die Gesellschaften des 19. und 20. Jahrhunderts beschreiben
sie gerne als Versager, Feiglinge und Schmarotzer, dabei stellt
der Melancholiker eine kluge Frage: wieso ist das Handeln eigentlich
begründeter als das Nichthandeln? Und in der Passivität
des Depressiven steckt immer noch ein Widerstandspotential gegen
den allseitig verfügbaren Selbstverwalter und Selbstregulierer
seiner dauerhaft produktiven Arbeitskraft. Eine Begriffsauslotung
zwischen Pathologie, Renitenz und Dürer.

Werner Felber - "Depression"
Prof. em. Dr. med. Werner Felber,
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ehemaliger Leiter
der Suizidambulanz an der Medizinischen Akademie Carl Gustav Carus
Dresden und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention,
Dresden.

Guillaume Paoli - Demotivationstraining
Guillaume Paoli, Hausphilosoph am
Leipziger Centraltheater, wo er die „Prüfgesellschaft
für Sinn und Zweck“ und die „Philosophische Parxis“
leitet. Als Mitbegründer der Gruppierung „Glückliche
Arbeitslose“ und Mitherausgeber der Zeitschrift „müßiggangster“
befasst er sich mit den Themen Arbeit bzw. Nicht-Arbeit, Nichts-Tun
sowie Faulheit.
>> Protokoll
des Demotivationstrainings

Jürgen Müller - Dürers Melencolia
Prof. Dr. Jürgen Müller,
Professor für Kunstgeschichte an der TU Dresden, Kunstkritiker
und Kurator, zahlreiche Veröffentlichungen unter anderem zu
Film, Fußball und Photographie, zu Gerhard Richter, Rembrandt,
Bruegel und Dürer.
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