| Das
Atelier des Schwarzmarktes 04
"Das Serendipitätsprinzip,
oder: Wie das Silicon in Dresden entdeckt wurde"
Die Ateliers der letzten Spielzeit verhandelten
bekannte Dresdner Affekte und Zustände: Melancholie, architektonische
Identitätssuche, das Älter werden und Arbeitsverweigerung als politischen
Widerstand. Jetzt beschäftigen wir uns mit der Ideen- und Wirkungsgeschichte
grandioser Erfindungen aus Dresden - ihren Personen, Produktionsorten
und Nutzen für die Menschen.

Foto: Daniel Koch
In den 30er Jahren forschte Richard Müller in Radebeul
an einem Nebel, der im Kriegsfall deutsche Städte einhüllen und
für feindliche Angriffe unsichtbar machen sollte. Dies gelang ihm
nicht, aber als Nebenprodukt seiner unerfolgreichen Nebelforschung
entdeckte er 1940 das Silicon („Der Zufall begünstigt nur einen
vorbereiteten Geist!“) und schrieb Chemiegeschichte mit der Müller-Rochow-Synthese.
In einem offenen Arbeitsraum debattieren Experten,
Künstler und Informanten zusammen mit dem Publikum zur Wissenschaftsgeschichte
des Silicon und der chemischen Fabrik v. Heyden in Radebeul, über
die unveröffentlichte Erinnerungen Müllers und die Serendipität
(Glücksfunde) in der wissenschaftlichen Forschung und verfolgen
in einem wilden Recherche-Parcour die Frage – was ist eigentlich
aus der militärischen Nebelforschung geworden?
mit Vorträgen und Präsentationen von:
Dr. Wladimir Reschetilowski, Professor für Technische Chemie und
Direktor des Instituts für technische Chemie der TU Dresden Dr.
Otto Klemm, Professor für Klimatologie am Institut für Landschaftsökologie
der Westfälischen - Universität Münster Julianne Capo, Heidi Eckstein,
Peter Krüger, Johanna Schwab und Benjamin Thomas - KünstlerInnen
der Fachklasse Übergreifendes künstlerisches Arbeiten an der HfBK
Dresden

Foto: Daniel Koch
|